Wissenschaftliche Stellungnahme zur digitalen Mediennutzung

Stellungnahme zum Zusammenhang zwischen der Nutzung digitaler Medien und der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Meldung Mediensucht

Stellungnahme - Nutzung digitaler Medien (Kinder und Jugendliche)

Die Wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Verbände der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie haben eine Stellungnahme zum Zusammenhang zwischen der Nutzung digitaler Medien und der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen herausgegeben.

Neben Chancen, die digitale Medien bieten können (zum Beispiel einfacher Austausch, Vernetzung mit Gleichaltrigen, Informationsgewinnung) bergen sie auch eine erhebliche Anzahl von Risiken, die Kinder- und Jugendliche in der Regel noch nicht vollumfänglich einschätzen können und deren psychische Gesundheit gefährden können.

Die Risiken lassen sich in vier Kategorien unterteilen

  • Unangemessene und potenziell schädliche Inhalte
  • Gefährdende Personen(-gruppen)
  • Riskante Nutzungsmuster
  • Rechtliche Risiken

Die Kernforderungen  der Expert*innen zum Schutz der Kinder und Jugendlichen sind neben der Aufklärung sowie Information der Eltern, Regelungen, die den Kita- und Schulalltag betreffen sowie neue gesetzliche Vorgaben und deren konsequente Umsetzung. Empfehlungen hierzu sind:

Im Alter von 0 bis 3 Jahren

  • Keine Nutzung von digitalen Medien.
  • Aufkleber auf digitalen Geräten (Hinweis: „Nicht geeignet für Kinder von 0-3 Jahren“).
  • Öffentliche Orte ohne digitale Medien.

Im Alter von 4 bis 5 Jahren

  • Höchstens 30 Minuten Mediennutzung pro Tag.
  • Nutzung von digitalen Medien sollte klar begrenzt, gut strukturiert und zusammen mit Erwachsenen erfolgen.

Im gesamten Altersbereich von 0 bis 5 Jahren

  • Mediennutzung wird bei allen Vorsorgeuntersuchungen erfasst, inklusive kurzer Beratung.
  • In Kindertagesstätten: verbindliche Medienkonzepte.

Im Alter von 6 bis 18 Jahren

  • Anbieter digitaler Medien setzen Kinder- und Jugendschutzes kosequent um.
  • Altersgrenzen
  • Bei Angeboten für Kinder und Jugendliche keine manipulativen Designs.
  • Elternbildung in digitaler Erziehung
  • Einheitliche Unterrichtsangebote zum Thema Medienkompetenz an Schulen
  • Verbot privater Smartphones an Schulen
  • Training von Selbstregulation und Sozialkompetenz als Schutzfaktoren vor psychischer Belastung/ Erkrankung
  • Förderung von Freizeitaktivitäten ohne digitale Medien
  • Forschung und Evaluation zu präventiven und regulatorischen Maßnahmen und deren Wirksamkeit

Weitere Empfehlungen und die ausführliche Begründung der Empfehlung finden Sie in der ausführlichen Stellungnahme.